06.05.2019      Vermischtes   

10-Mrd.-EUR-Marke getoppt: Green Buildings auf Rekordkurs

Von BNP Paribas Real Estate
Frankfurt/Main (ots) - Das Transaktionsvolumen mit zertifizierten
Green Buildings belief sich 2018 bei Single Deals auf rund 10,1 Mrd.
EUR, womit erstmals auch die 10-Mrd.-EUR-Marke überschritten werden
konnte. Das bereits sehr gute Vorjahresergebnis wurde mit diesem
Rekordumsatz noch einmal um 29 % getoppt. Dies ergibt die Analyse von
BNP Paribas Real Estate.

"Der seit 2011 zu beobachtende Aufwärtstrend setzt sich also
unvermindert fort", sagt Hermann Horster, Head of Sustainability der
BNP Paribas Real Estate GmbH. "Dies gilt nicht nur absolut, sondern
auch relativ betrachtet. Mit einem Anteil von knapp 22 % am
gewerblichen Investitionsvolumen stellten zertifizierte Objekte 2018
ebenfalls eine neue Bestmarke auf. Bei diesen Zahlen ist natürlich zu
berücksichtigen, dass das Marktsegment Green Buildings auch von den
insgesamt außergewöhnlich guten Investmentumsätzen profitiert hat."

Vor allem große Bürogebäude an A-Standorten

Neben dem absoluten Volumen sind drei Trends hervorzuheben: Zum
einen stellen Bürogebäude mit einem Umsatzanteil von 94 % weiterhin
die mit Abstand wichtigste Assetklasse dar. Zum anderen hat sich auch
die Tendenz zu großvolumigen und häufig prominenten Objekten nochmals
verstärkt, sodass mittlerweile 92 % des Transaktionsvolumens im
Green-Building-Segment auf Verkäufe im dreistelligen Millionenbereich
entfallen. Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht verwunderlich,
dass die deutschen A-Standorte rund 94 % zum Gesamtumsatz mit
zertifizierten Gebäuden beisteuern. Der Löwenanteil entfiel dabei auf
Frankfurt mit 52 % vor München (12 %), Hamburg und Berlin (jeweils 10
%) sowie Düsseldorf, Köln und Stuttgart (zusammen 10 %). Bekannte
Beispiele sind der Forward Deal Aqua als Teil der
FOUR-Projekt-entwicklung in Frankfurt (DGNB), der Metro Campus in
Düsseldorf (BREEAM) oder das Springer Quartier in Hamburg (LEED).

Eigenkapitalstarke Core-Anleger besonders aktiv

Auch 2018 waren es vor allem eigenkapitalstarke Core-Investoren,
die hohe Anteile zu den Green Building-Investments beisteuerten. Den
höchsten Anteil zertifizierter Gebäuden an den eigenen Investments
weisen Pensionskassen auf (65 %). Zu den Anlegern, für die
Nachhaltigkeit und eine langfristige Stabilität beim
Rendite-Risiko-Profil wichtig sind, zählen außerdem offene Fonds (49
%), Versicherungen (38 %) sowie gemeinnützige Institutionen und
Stiftungen (23 %), die ebenfalls große Anteil ihrer Investments in
Green Buildings anlegen. Bezogen auf das absolute Volumen, das in
zertifizierte Objekte investiert wurde, führen drei Käufergruppen das
Ranking an: Pensionskassen (28 %), Spezialfonds (15 %) sowie
Versicherungen (12 %) zeichnen zusammen für über die Hälfte des
Umsatzes verantwortlich.

1.800 zertifizierte Objekte

Von 2013 (ca. 550 Gebäude) bis Dezember 2018 (ca. 1.800) hat sich
die Anzahl der zertifizierten Green Buildings in Deutschland mehr als
verdreifacht. Pro Jahr kamen also durchschnittlich etwa 250
zertifizierte Objekte hinzu. Auch 2018 stellen Büros mit über 750
Zertifikaten den nach wie vor größten Teil in diesem Marktsegment.
Der bereits im Vorjahr zu beobachtende Trend eines sinkenden
relativen Anteils hat sich aber fortgesetzt. Aktuell beläuft sich ihr
Beitrag nur noch auf 40 %. Auf Platz zwei mit ca. 30 % folgen
Retail-Objekte, die 2018 beispielsweise etwa 100 neue Zertifikate
erhielten. Dabei entfällt ein erheblicher Anteil auf Discounter,
Supermärkte und Fachmärkte. Unter anderem REWE, LIDL oder toom
zertifizieren mittlerweile viele ihre Neubauten.

Neubauobjekte dominieren

Die Trendumkehr im Verhältnis zwischen Neubau- und
Bestandszertifizierungen hat sich verstetigt: Bis 2015 wuchs die
Anzahl der Bestandszertifikate zunächst schneller als im
Neubaubereich. Seitdem steigt aber der relative Anteil der
Neubauzertifikate wieder stärker an. Die Hürden für eine
wirtschaftliche Sanierung unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten im
Bestand sind weiterhin hoch. Stichwort ist das sogenannte
Investor-Nutzer-Dilemma: Die im Zuge der Sanierung eingesparten
Energiekosten, von denen der Nutzer profitiert, sind in vielen Fällen
nicht oder nur teilweise auf die Miete umzulegen, sodass sich die
Investition für den Eigentümer häufig nicht rechnet.

DGNB im Aufwind, LEED vor BREEAM

Auch bei den Marktanteilen der unterschiedlichen
Nachhaltigkeits-Labels sind als Konsequenz hieraus Verschiebungen zu
beobachten. Während zunächst der Anteil von BREEAM und LEED gegenüber
dem Platzhirsch DGNB anstieg, legt seit 2017 wieder die DGNB zu. Im
Neubausegment hat die DGNB nun über 80 % Marktanteil, insgesamt (mit
Bestand) liegt sie bei circa 64 %. Bei den beiden kleineren Labels
hat inzwischen LEED wieder die bei der Bestandszertifizierung
besonders starke BREEAM überholt.

Perspektiven

"Der stetige Aufwärtstrend der letzten Jahre unterstreicht, dass
Green Buildings mittlerweile fester und etablierter Bestandteil des
Marktgeschehens sind. Dies gilt vor allem im Segment großvolumiger
Neubauobjekte, die häufig von institutionellen Core-Investoren
erworben werden. Gerade für diese Zielgruppe sind zertifizierte,
nachhaltige Gebäude mittlerweile fast ein Muss, wobei der
Image-Aspekt gegenüber ihren Kunden und Anlegern eine nicht zu
unterschätzende Rolle spielt. Bei Bestandsgebäuden stellt dagegen
eine wirtschaftlich erfolgreiche Zertifizierung weiterhin eine
Herausforderung dar. Profitieren dürfte zukünftig vor allem die
DGNB-Zertifizierung, die genauso wie LEED schwerpunktmäßig im
Neubausegment eingesetzt wird, wohingegen sich BREEAM stärker auf
Bestandsobjekte konzentriert", fasst Hermann Horster die weiteren
Aussichten zusammen.



Pressekontakt:
Chantal Schaum
Head of Public Relations
BNP Paribas Real Estate Holding GmbH
Goetheplatz 4 - 60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69-298 99-948
Mobil: +49 (0)174-903 85 77
Telefax: +49 (0)69-298 99-950
E-Mail: chantal.schaum@bnpparibas.com
Web: www.realestate.bnpparibas.de

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