04.04.2019      Immobilienmarkt   

Nachfrage nach Wohnimmobilien in Bayern ist weiter gestiegen / 2018 zehn Prozent mehr Immobiliensuchende als ein Jahr zuvor / Niedrige Zinsen und steigende Gehälter mildern Preisanstieg ab

Von LBS Bayerische Landesbausparkasse
München (ots) - Die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen in Bayern
ist im vergangenen Jahr noch einmal spürbar angestiegen. 2018 haben
sich durchschnittlich pro Monat 16.500 neue Immobiliensuchende an die
Makler von Sparkassen und LBS im Freistaat gewendet. "Das waren zehn
Prozent mehr Interessenten als im Jahr zuvor", erklärte Paul
Fraunholz, Geschäftsführer der
Sparkassen-Immobilien-Vermittlungs-GmbH (Sparkassen-Immo), anlässlich
der jährlichen Pressekonferenz der Sparkassen-Finanzgruppe zum
bayerischen Wohnimmobilienmarkt. Erwin Bumberger,
Vorstandsvorsitzender der LBS Bayern, betonte, dass die von der
großen Koalition geplante Stärkung der Wohnungsbauprämie umgesetzt
werden müsse, um das frühe Ansparen von Eigenkapital im
Niedrigzinsumfeld zu unterstützen. Dies sei eine wichtige
Voraussetzung dafür, dass weite Teile der Bevölkerung auch künftig in
der Lage seien, Wohneigentum zu erwerben.

Der Wohnimmobilienmarkt in Bayern sei geprägt von einer "sehr
hohen Nachfrage auf Seiten der Eigennutzer und Kapitalanleger
einerseits und einem in vielen Regionen erheblich zu knappen Angebot
andererseits", sagte Paul Fraunholz. "Die guten wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen in Bayern mit den hervorragenden Aussichten auf dem
Arbeitsmarkt üben weiterhin eine Sogwirkung auf viele Menschen aus.
Zudem hält auch der Trend zur Singularisierung mit immer mehr kleinen
Ein- und Zwei-Personen-Haushalten an. In den Großstädten stellen die
Singles inzwischen die Mehrzahl der Haushalte. Familien wandern
dagegen zunehmend in das Umland ab."

Nach wie vor könne der Neubau den Bedarf nicht decken, betonte
Erwin Bumberger: "Das Forschungsinstitut Empirica beziffert den
Bedarf allein für den Zeitraum von 2015 bis 2019 auf 68.000
Wohneinheiten pro Jahr. 2018 dürfte die Bautätigkeit in etwa dieses
Niveau erreicht haben. Aber aus den Vorjahren hat sich ein
erheblicher Nachholbedarf angestaut."

Erneuter Anstieg der Immobilienpreise

Die Immobilienpreise sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen.
Der Preisanstieg fiel jedoch etwas schwächer aus als in den
Vorjahren. Im Durchschnitt lagen die Kaufpreise der von Sparkassen
und LBS vermittelten Häuser und Wohnungen im Jahr 2018 um knapp 6
Prozent über den Vorjahreswerten. 2017 waren sie noch um mehr als 9
Prozent und 2016 um knapp 12 Prozent angestiegen.

Die Preisentwicklung ist je nach Objektart unterschiedlich. Die
Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen stiegen im Vergleich zum
Vorjahr um etwas mehr als sechs Prozent auf durchschnittlich 211.000
Euro. Der erzielte Preis für ein Haus aus dem Bestand (Reihen-,
Doppel-, Ein- und Zweifamilienhäuser) lag im vergangenen Jahr im
Durchschnitt bei 324.500 Euro. Das waren 8,6 Prozent mehr als noch im
Jahr zuvor. Diese Durchschnittswerte enthalten auch zahlreiche
unsanierte Objekte mit hohem Renovierungsbedarf und in schlechteren
Lagen. Die Preise für typische, besonders nachgefragte Objekte im
sanierten Zustand und in bevorzugten Lagen liegen in einem Großteil
der bayerischen Regionen über diesen Werten.

Sparkassen und LBS sind größter Immobilienvermittler in Bayern

Die Makler der bayerischen Sparkassen und des LBS-Außendienstes
vermittelten im vergangen Jahr rund 8600 Kauf-Immobilien mit einem
Gesamtwert von 2,85 Milliarden Euro. "Dies bedeutet eine weitere
Steigerung des vermittelten Objektvolumens um 7 Prozent und eine
Bestätigung unserer Position als größter Immobilienvermittler im
Freistaat", erklärte Fraunholz. Zusätzlich wurden fast 1100
Mietverträge vermittelt.

Sparkassen weiten Immobilienfinanzierung aus

Die Sparkassen in Bayern konnten ihren Gesamtbestand an
Wohnungsbaukrediten im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 73,7
Milliarden Euro ausweiten. Fast 70 Prozent davon (50 Milliarden Euro)
entfallen auf Immobilienkredite für Privatpersonen. Dies ist ein
Anstieg um 3,7 Prozent. Dieser Bestand wächst allerdings inzwischen
langsamer als der von Bauträgern und anderen Unternehmen (+9,9
Prozent).

Politik hat Bedeutung von Wohneigentum erkannt

Erwin Bumberger betonte die zunehmende Bedeutung von Eigenkapital
bei der Immobilienfinanzierung. Seit 2009 seien die
Baufinanzierungszinsen um etwa 70 Prozent gesunken und die Gehälter
bayernweit um gut 25 Prozent gestiegen. Dadurch seien die monatlichen
Raten für eine Finanzierung trotz gestiegener Preise in vielen Fällen
tragbar. "Doch Immobilienkäufer müssen heute wesentlich mehr
Erspartes mitbringen als früher. Der Aufbau von Vermögen wird aber
erschwert, weil Geldanlagen nur noch gering verzinst werden. Wegen
der höheren Eigenkapitalhürde und der niedrigen Zinsen ist es
wichtig, frühzeitig mit dem Sparen für ein Eigenheim zu beginnen. Das
kann der Staat wirksam unterstützen mit der bewährten
Wohnungsbauprämie. Allerdings wurde diese Förderung seit 20 Jahren
nicht mehr an die allgemeine Gehalts- und Preisentwicklung angepasst.
Es ist deshalb unbedingt erforderlich, dass die Bundesregierung ihr
Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umsetzt und die Wohnungsbauprämie
nachbessert", sagte Bumberger.

Weitere Preisanstiege erwartet

Nach Einschätzung der Experten der Sparkassen-Finanzgruppe wird
die Lage auf dem Wohnimmobilienmarkt in Bayern angespannt bleiben.
"Insbesondere in den Ballungsräumen und deren Umland befeuert die
Zuwanderung aus dem In- und Ausland und der Trend zu kleinen Ein- und
Zweifamilienhaushalten die Nachfrage nach Wohnraum. Das Angebot an
Wohnimmobilien wird sich dagegen kaum ausweiten. Dies wird vielerorts
zu einem weiteren Anstieg der Kaufpreise führen. Insgesamt gehen wir
aber davon aus, dass sich der Preisanstieg weiter verlangsamt", so
Fraunholz.



Pressekontakt:
LBS Bayern
Dominik Müller / Referat Unternehmenskommunikation
Tel.: 089 / 411 13 - 62 23
E-Mail: presse@lbs-bayern.de

Original-Content von: LBS Bayerische Landesbausparkasse, übermittelt durch news aktuell
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