15.07.2020      Energie und Umwelt   

Weitere Probleme für LNG-Terminal in Wilhelmshaven: Geschütztes Biotop macht Neuplanung notwendig

Von Deutsche Umwelthilfe e.V.
Berlin (ots) - Von Uniper in Wilhelmshaven geplantes LNG-Terminal kann nicht wie angestrebt gebaut werden - Neu entdecktes Biotop macht Umplanung des Baus notwendig - Landesregierung Niedersachsen räumt ein, dass das Terminal für grünen Wasserstoff ungeeignet und der Import von Biogas nicht absehbar ist - Deutsche Umwelthilfe fordert sofortigen Stopp des Projektes

Der Energiekonzern Uniper kann das geplante LNG-Terminal in Wilhelmshaven nicht am bisher geplanten Standort errichten. Dies geht aus einer Antwort der niedersächsischen Landesregierung auf eine kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Imke Byl hervor. Grund ist ein Biotop, das sich unter Wasser am ursprünglich geplanten Bauplatz im Jade-Fahrwasser befindet. Da das Biotop geschützt ist, muss Uniper die Planungen vollständig ändern. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert einen sofortigen Stopp des Projektes, da dieses lokale Naturschutzgebiete gefährdet und der Import von klimaverträglichem Gas über das Terminal nach Aussagen der Landesregierung nicht absehbar ist.

Das Terminal sollte dort als schwimmende Einheit, als "Floating Storage and Regasification Unit" (FSRU), an einer Landungsbrücke errichtet werden. Das Unternehmen hat nun vor, eine künstliche Insel im Jade-Fahrwasser zu errichten und das Gas über eine Pipeline am Meeresgrund an Land zu bringen. Weitere Details haben weder Uniper noch die Landesregierung bisher vorgelegt.

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Uniper bekommt nun die Quittung für die eigene Ignoranz. Wir haben frühzeitig darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Terminal in direkter Nachbarschaft zum Nationalpark Wattenmeer und streng geschützten Naturschutzgebieten nicht genehmigungsfähig ist. Setzt Uniper stur seine Planung fort, zerstören sie Naturräume und missachten die Klimaschutzziele. Der geplante Import von Fracking-Gas aus den USA würde die Klimakrise weiter befeuern."

Wie die Antwort der niedersächsischen Landesregierung weiter preisgibt, rechnet diese aktuell nicht mit nennenswerten Mengen an Biogas, die in Zukunft importiert werden könnten. Auch eine Nutzung des LNG-Terminals für grünen Wasserstoff sei technisch schwer umzusetzen.

"Das Terminal in Wilhelmshaven wird eindeutig für Fracking-Gas gebaut. Die Antwort auf die kleine Anfrage zeigt: Ein möglicher Import von erneuerbarem Gas in der Zukunft ist nur vorgeschoben und keineswegs absehbar. Wir fordern die niedersächsische Landesregierung auf, jegliche Unterstützung für dieses klimaschädliche Projekt zu beenden und auf klimafreundliche Alternativen zu setzen," so Sascha Müller-Kraenner weiter.

Links:

Die Anfrage der Abgeordneten Imke Byl, Meta Janssen-Kucz, Susanne Menge und Detlev Schulz an die Landesregierung in Niedersachen finden Sie hier: http://ots.de/5zEQFu

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.duh.de/lng/

Pressekontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 903 54 509, mueller-kraenner@duh.de

DUH-Pressestelle:

Matthias Walter, Marlen Bachmann, Thomas Grafe
030 2400867-20, presse@duh.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22521/4652167
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.

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